Gesund & FitBeeinflusst die Ernährung das Verhalten meines Hundes?

Eine gute, bedarfsgerechte Ernährung versorgt den Hund mit allen wichtigen Nährstoffen in der individuell passenden Menge. Eine Mangel- oder Fehlernährung dagegen kann, ebenso wie eine Überversorgung, zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Doch auch auf das Verhalten des Hundes kann die Fütterung einen Einfluss haben. Dieser interessante Themenkreis wird derzeit zunehmend erforscht.

Bekannte Zusammenhänge zwischen Ernährung und Verhalten des Hundes

pollux magazin ernährung und hund- Verhaltensmuster wie länger andauernder, unerklärlicher Juckreiz können auf einen Mangel an Vitamin A, Biotin, Jod oder Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure), zurückzuführen sein.
Ein Biotinmangel kann beispielsweise durch die Verfütterung von rohem Eiklar entstehen. In rohem Eiklar befindet sich Avidin, ein Protein, welches Biotin im Darm bindet, so dass dieses nicht vom Körper aufgenommen werden kann.
- Eine Überversorgung mit Vitamin A kann die Ursache für ein lethargisches Verhalten des Hundes sein.
- Ein Natriummangel kommt bei Hunden zwar eher selten vor, kann aber zu Unruhe und Lecksucht führen.
Vitamin B1 (Thiamin) ist (neben anderen B-Vitaminen) wichtig für die Funktion des Nervensystems. Ein Mangel kann auch beim Hund zu Verhaltensauffälligkeiten wie Lethargie oder zu Konzentrationsstörungen führen.
- Bei Fütterung eines hohen Gesamteiweißgehaltes kann es zu einer Steigerung der Aktivität des Hundes, aber auch zu einer Zunahme aggressiven Verhaltens kommen.
- Serotonin ist ein Gewebshormon und ein wichtiger Botenstoff im zentralen Nervensystem. Hier ist es vor allem für die Signalübertragung von großer Bedeutung. Zu seiner Bildung ist die Aminosäure Tryptophan wichtig. Ein Mangel an Tryptophan führt in der Folge zu einem Serotoninmangel; dieser wiederum kann zu Verhaltensauffälligkeiten wie gesteigerter Aggression, Angst oder Hyperaktivität führen.
- Auch ein zu niedriger Spiegel an Omega-3-Fettsäuren im Blut kann beim Hund aggressives Verhalten begünstigen.

Wie können Missstände behoben werden?

pollux magazin ernährung und hundEine kritische Überprüfung der Ernährung des Hundes ist sinnvoll, zunächst sollten aber mögliche andere Ursachen des Verhaltensproblems ausgeschlossen werden. Dazu zählen vor allem Fehler bei Haltung und Erziehung, Schmerzen, Krankheiten wie Stoffwechselstörungen oder Tumorerkrankungen sowie genetisch bedingte Verhaltensstörungen.

Am Beispiel von Serotonin kann eine gute Versorgung mit Tryptophan helfen, aggressives Verhalten einzudämmen. Tryptophan kommt vor allem in eiweißreichen Futtermitteln wie Fleisch vor. Eine gleichzeitige Fütterung von Kohlenhydraten erleichtert die Aufnahme von Tryptophan: Bei der Kohlenhydratverdauung produziert die Bauchspeicheldrüse des Hundes Insulin; dieses erleichtert die Aufnahme von Tryptophan über die Blut-Hirn-Schranke.
Zu beachten ist dabei aber auch das Verhältnis von Tryptophan zur Gesamteiweißmenge: Studien haben gezeigt, dass eine vermehrte Tryptophanzufuhr vor allem bei gleichzeitiger Reduktion der Eiweißmenge wirksam ist.

Alpha-­Casozepin ist ein Peptid, das in Kuhmilch vorkommt und im Gehirn von Säugetieren zu einer gesteigerten Aktivität der GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) führt, welche Stress- und Angstsituationen hemmt.

Eine optimale Versorgung mit Omega-3- und 6-Fettsäuren sorgt nicht nur für gesunde Haut und ein glänzendes Fell, sondern hilft auch dabei, fütterungsbedingten Verhaltensproblemen vorzubeugen. Bei Omega-3-Fettsäuren wird auch eine gewisse stressreduzierende Wirkung angenommen.